Meine Schneid-Plotter

Mein Hobby – Gestalten mit dem Plotter – existiert schon sehr lange. Allerdings wusste ich lange Zeit nicht, dass es so heißt 🙂
Deswegen lade ich euch jetzt auf eine Zeitreise ein und zeige ich meine Schneid-Plotter und die Geschichte, wie ich zum Plotten kam.

Der erste Plotter – ein Cricut Personal Electronic Cutter

Angefangen hat alles 2009 mit einem Cricut Personal Electronic Cutter.
Richtig, da steht nichts von Plotter .

Der Begriff Cutter (abgeleitet vom englischen Wort to cut = schneiden) trifft das, was die Geräte machen, viel besser als das Wort Plotter (abgeleitet vom englischen Wort to plot = zeichnen, gestalten). Dennoch hat sich dieser Begriff jetzt eingebürgert. Wenn man ganz genau sein will, müssen wir unsere Geräte aber Schneidplotter nennen 🙂

Meine Schneid-Plotter – Teil 1 – Der Cricut Personal Electronic Cutter

Diese erste Cricut-Maschine arbeitete noch mit sogenannten Cardridges. Das ist dieses ovale Teil auf dem Bild vorn rechts. Damit konnte man auf die dadrauf gespeicherten Schriften, Formen und fertige Schriftzüge zugreifen. Diese konnte man in der Größe variieren.

Allerdings konnte man auch eigenes erstellen mit der zugehörigen Software Cricut Design Studio. Mehr ging mit dem Thirdparty Programm Sure cut a lot. Leider hat Cricut dem später einen Riegel vorgeschoben.
Ihr seht aber auch, dass die Schneidfläche sehr klein war. Sie entsprach 6 x 12 Zoll. Also nicht mal Din A 4 Breite. Mir hat es aber lange gereicht.

So habe ich mit dieser Cricut viele Karten gestaltet, unter anderem die Einladungskarten zu unserem 80. Geburtstag (nein, keine Angst, gar so alt bin ich nicht, aber mein Mann und ich sind im gleichen Jahr geboren, also sind wir auch im gleichen Jahr 40 geworden – und haben zusammen den 80. Geburtstag gefeiert 🙂

Wie es aber oft so ist, geriet dieses tolle Maschinchen (das übrigens auch heute noch hervorragend schneidet, nur funktioniert halt die Software nicht und ich kann es auch mit dem neuen Design Studio von Cricut nicht ansteuern) in Vergessenheit.

im Sommer fragte mich meine Freundin Sabine von Cyncopia, ob ich einen Plotter habe. Ich verneinte. Schließlich hieß meine Maschine ja Personal Electronic Cutter 🙂

Eigentlich erstellt Sabine Stickdateien, aber damals kam das Hobby Plotten richtig hoch, und sie wurde gefragt, ob sie ihre Dateien nicht auch für Plotter herstellen kann. Und da sie selbst keinen hatte und sie wusste, das ich sehr viel bastele, hat sie mich gefragt. Und ich Dödel hatte keine Ahnung 🙂

Aber mein Mann. Der erinnerte sich sofort an meine Cricut und da sein Englisch besser ist als meins, konnte er wohl erahnen, was Sabine wollte, im Gegensatz zu mir.

Tja und dann ging es so richtig los mit dem Hobby und er, der weltbeste Ehemann hat mich darin immer bestärkt und unterstützt.

So hat er gegoogelt und nach einer Lösung gesucht, wie ich Sabines SVG-Dateien eben auch mit diesem Cutter schneiden konnte, der ja eigentlich ein Stand-Alone Gerät, also ohne Anbindung an den PC ist. Und da Sure cut a lot damals schon nur noch über Umwege mit der Cricut funktionierte, hat er mir das eingerichtet. Er hat mit mir Alternative Schneidmatten hergestellt, aus Mobile-Folie und Sprühkleber, hat alternative Messer gesucht – alles was mir später sehr hilfreich kam und mich wirklich zum Experimentieren brachte.

Nur waren Sabines Dateien oft sehr groß, und verkleinert ließen sie sich nur schlecht schneiden und irgendwie waren sie auch mehr für Folie gemacht – mein Herz aber schlug für Papier. Ich fing an, eigene Dateien zu erstellen.

Aber ich suchte auch im Internet nach weiteren Dateien und fand sie – bei Miriam von Miriamkreativ.de. Ihre Dateien sind sowas von genial und jetzt gab es erst recht kein Halten mehr. Ein neues Plotter musste her – einer mit dem auch größere Motive ohne Probleme zu schneiden gingen. Und so schenkte ich mir eine Silhouette Cameo 3 – einen Monat vor meinem Geburtstag – einfach selbst.

Der zweite Plotter – die Silhouette Cameo 3

Angeschaut habe ich sie mir bei VBS-Hobby. Wie gut das ich einen großen Bastelmarkt in der Nähe habe – naja halt 30 km mit dem Auto. Auch den ersten Plotter habe ich dort gekauft.

Zwei Mal im Jahr machen sie eine Hausmesse – und es gibt Prozente – und die habe ich mitgenommen und so zog die Cameo 3 von Silhouette America im Oktober 2016 bei mir ein – nicht auf der Hausmesse, sondern schon vorher – mit dem Rabattcode, der schon vorher galt – ich hatte einfach Schiss, dass sie auf der Hausmesse ausverkauft war.

Meine Schneid-Plotter – Teil 2 – die Silhouette Cameo 3

Von da an testete ich für Sabine Dateien und kam dann auch ins Probe-Plott-Team von Miriam. Ich stieg sogar ins Kreativ-Team vom Miriam auf.

Sabine und Miriam waren es dann auch, zusammen mit meinem Mann, die mir Mut zu sprachen, als ich überlegte, ein kleines Nebengewerbe zu eröffnen und meine Dateien nicht nur als Freebies weiter zu geben, sondern sie auch zu verkaufen.

So startete im Dezember 2017 mein Shop für Dateien für Schneid-Plotter. Alles neben meinem Beruf als Diakonin und dem Team bei Miriam und dem Testen bei Sabine. Irgendwann hörte Sabine aber auf, neue Plottdateien zu erstellen, sie konzentrierte sich auf ihr eigentliches Geschäft, den Stickdateien (und nein, ich habe – leider – bis heute keine Stickmaschine, wobei es mich auch da ehrlicher Weise juckt, zumal ich auch gern mir Kleidung selber nähe).

Aus der Bekanntschaft mit Miriam im Internet entwickelte sich eine Freundschaft. Wobei nicht ich das erste Mal mit Miri telefonierte – sondern mein Mann 🙂
So kam es, das wir gemeinsam Miriam besuchten im Sommer 2018. Wir machten ganz in der Nähe Urlaub – nein, nicht zufällig, sondern das war geplant.

Und statt uns nur ein paar Mal im Urlaub zu treffen, waren wir dann jeden Tag zusammen und ich für mich hatte das Gefühl, wir kennen uns schon ewig. Wir konnten Fachsimpeln, lachen, aber auch über alles mögliche andere Reden nicht nur übers Plotten.

Im Januar 2019 startete mein Online-Kurs Print and cut mit der Software – Silhouette Studio. Ich war tief drin, in der Materie Plotten – nicht nur Hobby, sondern Nebenjob und vorallem ganz viel Leidenschaft.

Und wenn man etwas aus Leidenschaft macht, schaut man auch mal zurück und auch nach links und rechts. Ich liebte meine Cameo 3 (und liebe sie noch immer) aber ich suchte einen Plotter, mit dem ich auch Stoff oder Filz schneiden kann (was ich durchaus auch mal für die Arbeit nutze). Dafür hat die Cameo, die ein Kunststoff-Gehäuse hat mit ihrem Anpress-Druck von 210 g einfach zu wenig Kraft.

Aber die Brother-Plotter, die sprachen mich einfach nicht an. Und so stieß ich wieder auf den Namen Cricut. Die Firma hatte gerade einen neuen Plotter auf den Markt gebracht. Den Maker. Mit einem Anpressdruck von 3kg ein richtiges Kraftpaket. Und mit einem neuartigem Antrieb. Nicht mehr nur ein Schleppmesser (das erkläre ich dann wohl auch mal, was es mit diesem Begriff auf sich hat – aber später in einem anderen Bericht) sondern zusätzlichen Werkzeugen, die mit einer Art Zahnrad gelenkt werden – da gab es zum Beispiel ein Rollmesser für Stoff.

Es juckte in den Fingern – aber brauche ich wirklich noch einen Schneidplotter?

Ich überlegte hin und her – die Cameo bot vorallem mit ihrer Software ein mega gutes Gesamtpaket. Ich las englische Berichte, testete die Software für den Maker und war enttäuscht. So vieles, was ich besonders an der Silhouette Software schätze, ging dort nicht. Aber allein dieser Anpressdruck. Diese zwei Stimmen lieferten sich einen richtigen Kampf in meinem Kopf – und dann kam sie auf den deutschen Markt – und ich, ich kaufte ein.

Der dritte Schneidplotter – der Cricut Maker

Und konnte es kaum erwarten, bis der Postbote klingelte. Dann hielt ich im März 2019 das Paket in den Armen und war platt – das ist ja richtiges Krafttraining, so schwer war das Gerät. Gleich im Wohnzimmer wurde der Maker in Betrieb genommen, hatte ich mich doch eingelesen, das man ihn zunächst mit dem Handy starten sollte, weil man sonst nicht auf Deutschland umstellen konnte. Denn das kam tatsächlich erst in diesem Jahr (2020), das es ohne Probleme auch für Deutschland ging.

So schloss sich der Kreis – von Cricut zu Silhouette wieder zu Cricut.

Gut gefallen hat mir gleich, das Material für ein erstes Projekt mitgeliefert wird und man anhand dieses Projektes ins Plotten eingeführt wird (das Hobby selbst war ja nun nicht mehr neu für mich – 10 Jahre nach dem ersten Plotter – wohl aber die neue Art zu plotten)

Wenn es schnell gehen soll, ist für mich immer noch die Cameo der Plotter der ersten Wahl – habe ich da doch mich erst so richtig in dem Hobby entfaltet. Doch bei besonderen Projekten, mit besonderen Materialien greife ich immer wieder gern zum Maker.

Meine Schneid-Plotter – Teil 3 – Der Cricut Maker

Und wenn man mich heute fragt, welchen Plotter ich empfehlen würde, ist die Antwort gar nicht so leicht. Die Software überzeugt mich einfach 1000 mal mehr bei Silhouette. Und es gibt so einiges was ich beim Maker vermisse. Aber die Cameo 3 gibt es nicht mehr zu kaufen und der Nachfolger, die Cameo 4 hat einfach zu viele Kinderkrankheiten.

Mein Traum, die Verarbeitung und die Vielfalt von dem Maker, gepaart mit der Software und den Features der Silhouette, die ich beim Maker vermisse (Überschnitt – Schnittreihenfolge – Software ohne Internetzugang) – aber das ist nicht möglich.

Einzig ein Brother-Plotter (der dritte große Spieler im Hobby-Bereich der Schneidplotter) fehlt in meinem Maschinen-Park. Aber die konnte ich schon bei Miriam und auch bei VBS testen und da fehlt mir noch mehr als beim Maker. Und wie heißt es so schön, die erste Liebe hat nachhaltig Eindruck.

In diesem Sinne, heute, im Sommer 2020 empfehle ich dann doch – den Cricut Maker und hoffe, das mich Cricut noch erhört und bei der Software noch nachbessert.

Mein eigener Shop schließt zwar im Oktober 2020 die Pforten, das Hobby aber bleibt. Und auch in Zukunft wird es Dateien und Tutorials geben. Jetzt nicht mehr nur für Silhouette sondern immer auch für Cricut.